Zur barrierefreien Version / Accessibility-ready version
Vorstandsvorsitzender Dipl.-Ing. Gerhard Falch

02.08.2013

AMAG: Ergebnis in schwierigem Konjunkturumfeld weiterhin auf gutem Niveau

  • Vollauslastung in allen Segmenten. 
  • Durchschnittlicher Aluminiumpreis im 1. Halbjahr 2013 mit 1.955 USD/t um 8 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres (2.120 USD/t).
  • Umsatz im 1. Halbjahr 2013 mit 412,4 mEUR insbesondere aluminiumpreisbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau (432,9 mEUR).
  • EBITDA der AMAG-Gruppe im 1. Halbjahr 2013 mit 65,4 mEUR auf gutem Niveau (Vergleichszeitraum 2012: 72,2 mEUR). Gestiegener EBITDA-Beitrag des Segments Metall trotz des niedrigeren Aluminiumpreises. EBITDA-Beitrag des Segments Walzen mit 36,6 mEUR weiterhin hoch (1. Halbjahr 2012: 41,7 mEUR). 
  • Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit 69,2 mEUR über dem hohen Vorjahreswert (1. Halbjahr 2012: 67,0 mEUR).
  • Liquide Mittel mit 91 mEUR über Niveau vom Jahresultimo 2012 (84 mEUR).
  • Niedriger Verschuldungsgrad von 6,8 % per Ende Juni 2013 (31.12.2012: 4,7 %).
  • Plangemäßer Fortschritt bei Großinvestition „AMAG 2014“ am Standort Ranshofen.
  • B&C Industrieholding hält nach Ende des Übernahmeangebotes 37,7 % der Anteile; Beteiligungs-/ Aktionärsvereinbarung mit Oberbank und Arbeitnehmerprivatstiftung. 

Die AMAG-Gruppe war im 1. Halbjahr 2013 in den drei Segmenten Metall, Gießen und Walzen voll ausgelastet. Die Auftragslage hat sich im Zeitraum Ende März bis Ende Juni 2013 trotz herausforderndem Konjunkturumfeld zufriedenstellend entwickelt. Die gesamte Absatzmenge konnte im 1. Halbjahr 2013 um 1 % auf 181.900 Tonnen gesteigert werden, wobei der 4%ige Zuwachs im Segment Walzen die Rückgänge im Segment Gießen und Metall von 2 % bzw. 1 % ausgleichen konnte. Im Quartalsvergleich blieb die Absatzmenge mit 93.700 Tonnen annähernd stabil (2. Quartal 2012: 94.000 t).

 

Der Umsatz der AMAG-Gruppe betrug im 1. Halbjahr 2013 412,4 mEUR und lag vor allem bedingt durch den um 8 % oder 165 USD/t niedrigeren durchschnittlichen Aluminiumpreis um 5 % unter dem Vorjahresniveau von 433 mEUR. Bezogen auf das 2. Quartal verringerte sich der Umsatz vor allem aluminiumpreisbedingt um 6 % auf 210 mEUR.

 

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich von 72,2 mEUR im 1. Halbjahr 2012 auf 65,4 mEUR im 1. Halbjahr 2013. Der Rückgang resultierte insbesondere aus dem gesunkenen Margenniveau sowie Bewertungseffekten im Zusammenhang mit Fremdwährungssicherungsgeschäften im Segment Walzen, dem marktbedingt hohen Margendruck im Segment Gießen und dem Wegfall von im 1. Halbjahr 2012 positiv verbuchten Einmaleffekten im Segment Service. Im Quartalsvergleich nahm das EBITDA um 10 % auf 33,9 mEUR ab.

 

Der Ergebnisbeitrag des Segments Metall konnte trotz gesunkenem Aluminiumpreis von 22,2 mEUR im 1. Halbjahr 2012 auf 25,0 mEUR im 1. Halbjahr 2013 gesteigert werden. Grund dafür waren insbesondere die gesunkenen Rohstoffkosten. Im Quartalsvergleich betrug der EBITDA-Anstieg 3 % auf 13,4 mEUR.

 

Marktbedingt ist die Wettbewerbssituation im Segment Gießen anhaltend schwierig. Aufgrund des vorherrschenden Margendrucks verringerte sich das EBITDA im Segment Gießen im 1. Halbjahr 2013 auf 2,2 mEUR (1. Halbjahr 2012: 4,2 mEUR). Im Quartalsvergleich sank der Ergebnisbeitrag auf 1,0 mEUR (2. Quartal 2012: 1,8 mEUR).

 

Der EBITDA-Beitrag des Segments Walzen war mit 36,6 mEUR auf hohem Niveau, jedoch rund 12 % unter dem Vorjahreswert von 41,7 mEUR. Der Rückgang ist trotz höherer Absatzmenge vor allem durch das niedrigere Margenniveau sowie Bewertungseffekten aus Fremdwährungssicherungsgeschäften begründet. Das EBITDA im 2. Quartal 2013 betrug 18,8 mEUR (2. Quartal 2012: 22,1 mEUR).

 

Der Ergebnisbeitrag des Segments Service fiel vor allem bedingt durch den Wegfall von im Vorjahr positiv verbuchten Einmaleffekten auf 1,6 mEUR (1.Halbjahr 2012: 4,1 mEUR). Im 2. Quartal blieb das EBITDA mit 0,7 mEUR im Vergleich zum Vorjahr stabil.

 

Das Betriebsergebnis (EBIT) der AMAG-Gruppe betrug 40,4 mEUR (1. Halbjahr 2012: 47,4 mEUR). Im 2. Quartal 2013 wurde ein EBIT von 21,4 mEUR erzielt, ein Minus von 14 % im Vergleich zur Vorjahresperiode.

 

Das Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich von 39,4 mEUR im 1. Halbjahr 2012 auf 34,0 mEUR im 1. Halbjahr 2013. Das Quartalsergebnis nach Steuern betrug 19,0 mEUR (2. Quartal 2012: 20,7 mEUR).

 

Nach oben

„Im ersten Halbjahr 2013 konnten wir weiterhin eine Vollauslastung in allen Segmenten verzeichnen, insbesondere im Bereich Walzprodukte stieg der Absatz um 4 %. Die schwache Konjunktur und die damit verbundenen Unsicherheiten in den Märkten sowie der gesunkene Aluminiumpreis führten zu einem Druck auf Umsatz und Ergebnis, den wir durch unsere breite strategische Aufstellung und das flexible Reagieren gut abfedern konnten. Weiters ist es uns gelungen, einen Großauftrag von EADS an Land zu ziehen“, sagt Gerhard Falch, Vorstandsvorsitzender der AMAG Austria Metall AG. „Mit unserem Werksausbau, mit dem wir die Produktionskapazität in Ranshofen um 50 % steigern werden, liegen wir voll im Plan. Die Bauarbeiten an der Halle für das neue Walzwerk sind im Herbst 2013 abgeschlossen. Damit wird die Anlage planmäßig im 2. Halbjahr 2014 in Betrieb gehen“, so Falch weiter.

Nach oben

Gesteigerter Cashflow und anhaltend geringe Nettoverschuldung trotz hoher Investitionstätigkeit


Der operative Cashflow lag mit 69,2 mEUR über dem bereits sehr hohen Niveau des Vorjahres (1. Halbjahr 2012: 67,0 mEUR). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit stieg im 1. Halbjahr 2013 auf 61,4 mEUR (1. Halbjahr 2012: 38,9 mEUR) und war insbesondere durch die Investitionstätigkeit für das Erweiterungsprojekt „AMAG 2014“ am Standort Ranshofen getrieben.

 

Der Verschuldungsgrad (6,8 % per 30. Juni 2013 nach 4,7 % per 31. Dezember 2012) sowie die Nettofinanzverschuldung (38,6 mEUR nach 25,8 mEUR per 31. Dezember 2012) haben sich trotz der gesteigerten Investitionstätigkeit nur moderat erhöht. Die liquiden Mittel per Ende Juni 2013 betrugen 91,2 mEUR nach 84,3 mEUR zum Jahresultimo 2012.

 

Mit einem Eigenkapital von 565,8 mEUR liegt die AMAG über dem Niveau des Jahresultimo 2012 (Ende Dezember 2012: 544,1 mEUR). Die Eigenkapitalquote betrug solide 60,1 % (Ende Dezember 2012: 61,8 %).  



Ergebnis des Übernahmeangebotes durch die B&C Industrieholding und Aktienkursentwicklung


Am 10. Juli 2013 ist die gesetzliche Nachfrist für das Pflichtangebot zur Übernahme von Anteilen an der AMAG ausgelaufen. Die B&C Industrieholding erreichte eine Anteilssteigerung auf 37,7 % und verfügt gemeinsam mit Oberbank und Arbeitnehmerprivatstiftung über 53,8 % der AMAG-Stimmrechte. Der Aktienkurs zeigte während des Übernahmeangebotes mit EUR 23,40 eine konstante Entwicklung. Mit Stichtag 26. Juli 2013 notierte die AMAG-Aktie bei 20,75 EUR.

 

Ausblick: Vollauslastung in allen Segmenten im 3. Quartal 2013; unverändert unsicheres Marktumfeld für das 2. Halbjahr 2013


Auf Basis des guten Auftragsstandes zum Ende des 1. Halbjahres 2013 geht die AMAG  von einer Vollauslastung der Kapazitäten im 3. Quartal 2013 aus. Die unsicheren Rahmenbedingungen am Markt lassen dennoch eine nur eingeschränkte Vorschau auf das Jahresende zu. Die planmäßigen jährlichen Instandhaltungsmaßnahmen am Standort Ranshofen werden verstärkt im zweiten Halbjahr (August und Dezember) durchgeführt.

 

Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung am 29. Juli 2013 notiert der Aluminiumpreis (3-Monats-LME) bei 1.803 USD/t und liegt damit weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund der sehr guten Kostenposition der Elektrolyse Alouette kann diese auch bei so niedrigem Preisniveau einen wesentlichen Ergebnisbeitrag liefern.

 

Zusammenfassend erwartet die AMAG  aus operativer Sicht wiederum ein erfolgreiches Jahr, wenngleich die oben genannten Einflussfaktoren wie Aluminiumpreis und Margendruck zu einer Abschwächung des Ergebnisses im Vorjahresvergleich führen werden. Der Vorstand der AMAG erwartet aus heutiger Sicht ein Gruppen-EBITDA für das Jahr 2013 in einer Bandbreite von 116 mEUR bis 121 mEUR.

Nach oben

„Nach aktuellen Experteneinschätzungen wird der Aluminiumverbrauch in unseren Kernmärkten Westeuropa und USA im Vergleich zum Vorjahr heuer um 1,5 % bzw. 2,3 % wachsen. Trotz anhaltender konjunktureller Schwächen sind das gute Voraussetzungen für ein zufriedenstellendes zweites Halbjahr. Weiterhin intakt sind unsere mittelfristigen Aussichten. Durch den anhaltenden Trend zum Leichtbau wird die Nachfrage nach Aluminium vornehmlich aus dem Transportsektor getragen. Auf dieser Grundlage geht die Branche von einem jährlichen Wachstum des Aluminiumverbrauches im Bereich von 5-6 % in den nächsten 5 Jahren aus“, so Gerhard Falch zum Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr und zur mittelfristigen Entwicklung.

Nach oben

Kennzahlen

Nach oben

1) Die AMAG-Gruppe stellt die Gewinn- und Verlustrechnung ab dem 1. Quartal 2013 nach dem Umsatzkostenverfahren auf. Die Vergleichswerte
der Vorperioden wurden angepasst.
2) Durchschnittliches Leistungspersonal (Vollzeitäquivalent) inklusive Leihpersonal, ohne Lehrlinge. Enthält den 20%igen Personalanteil der
Beteiligung an der Elektrolyse Alouette.


Über die AMAG Gruppe
Die AMAG ist ein führender österreichischer Premiumanbieter von qualitativ hochwertigen Aluminiumguss- und -walzprodukten, die in verschiedensten Industrien wie der Flugzeug-, Automobil-, Sportartikel-, Beleuchtungs-, Maschinenbau-, Bau- und Verpackungsindustrie eingesetzt werden. In der kanadischen Elektrolyse Alouette, an der die AMAG mit 20 % beteiligt ist, wird hochwertiges Primäraluminium mit vorbildlicher Ökobilanz produziert. 1.490 Mitarbeiter erzielten im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 820 Mio. Euro bei einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 134 Mio. Euro.

 

Download pdf.-Datei

Nach oben